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Harp and Bowl

Ein Modell von „fürbittendem Lobpreis“


von Mike Bickle


Kennen wir nicht alle diese Gebetsstunden,die sich hinziehen und nicht enden wollen? Dennoch halten wir treu daran fest, weil es Gottes Auftrag an uns ist zu beten und Fürbitte zu tun. Fehlt uns nicht manchmal das Leben darin?

Seitdem ich in Kansas City in der "Metro Christian Fellowship Church" bin, möchte ich keine Gebetsstunde mehr missen. Was ist so anders an diesen Gebetszeiten?
Als Mike Bickle, ehemaliger Pastor dieser Gemeinde, vor 17 Jahren von Gott mit hörbarer Stimme zur Fürbitte berufen wurde, hatte er ein großes Problem: Er fand Gebet einfach langweilig. Dennoch begann er, im Glaubensgehorsam in seiner Gemeinde drei Mal pro Woche Gebetsstunden zu leiten. Einige Jahre vergingen, ohne dass sich etwas sichtbar veränderte. Aber in ihm selbst geschah eine Veränderung. Gott gab ihm eine neue Sichtweise von Gebet, er erkannte eine neue Gebetsdynamik, die im Laufe der Jahre wuchs, bis er am 7. Mai 1999 von Gott freigesetzt wurde, ein 24-Stunden-Gebetshaus zu eröffnen
(s. Charisma 109, S. 24).

Wie sieht diese neue Sicht aus? Wie entsteht diese Dynamik?
Mike Bickle erkannte klar in der Heiligen Schrift den Zusammenhang von Lobpreis (Anbetung) und Fürbitte. Das Modell dieser Art von "fürbittendem Lobpreis" finden wir in der Stiftshütte Davids, in der unser Dienst an Gott im Geist und in der Wahrheit (Job 4,24) gemäß Offenbarung 4+5 dargestellt wird. Die beiden Haupthandlungen sehen wir in Offenbarung 5,8: Die Harfe steht für das Lied und die Musik Gottes im himmlischen Thronraum, die Schale Gottes enthält die Gebete, die aus den Herzen der Heiligen zu ihm aufsteigen.

Lobpreis und Fürbitte gehören zusammen wie Wort und Geist: Ohne Lobpreis werden Fürbitte und Gebet trocken, langweilig und geraten außer Fokus, weil wir nicht den ansehen, zu dem unsere Gebete als Wohlgeruch aufsteigen. Wir sehen nicht seine strahlende Schönheit als König, Bräutigam und Richter. Das Genießen der Gegenwart Gottes im Lobpreis kann ohne Fürbitte auf Dauer selbstzentriert werden.

In der Gemeinde muss dieser Zusammenhang neu hergestellt werden, der so lange unterbrochen war. Dabei gibt es verschiedene Schwerpunkte und Berufungen, die sich in vier Gruppen aufteilen lassen:
  1. die Fürbitter - bei ihnen steht die geistliche Kampfführung im Mittelpunkt; der Angriff gegen den Feind, die finsteren Mächte


  2. die Anbeter - ihr Schwerpunkt ist die Freude am Herrn, ihnen ist nicht so wichtig, dass Sichtbares geschieht, wie Heilungen, Befreiung, etc; sie singen Liebeslieder zu Gott


  3. die anbetenden Fürbitter - sie sind stark ausgerichtet auf das, was ihre Gebete bewirken im unsichtbaren und sichtbaren Bereich; doch die Anbetung hat einen wichtigen Stellenwert dabei


  4. die fürbittenden Anbeter - ihr Fokus ist auf die Schönheit des heiligen, allmächtigen Gottes gerichtet. Es geht ihnen nicht so sehr darum, durchschlagende Wirkung durch Fürbitte zu erzielen, sondern Festungen durch Anbetung niederzureißen. Wir beten in der "Schönheit seiner Heiligkeit" (2 Chr 20-21) an, und die Sphäre seiner Schönheit und Herrlichkeit wird die Waffe gegen den Feind sein.
Natürlich haben alle vier Gebetsarten ihre Berechtigung und Wichtigkeit. In der "Metro Christian Fellowship" jedoch wird der Schwerpunkt auf die letztere Form gelegt. Das zieht den Fokus von uns Menschen fort zu Gott hin, was unweigerlich die Art der Gebete verändert und eine neue Dynamik des Glaubens weckt. Hierzu benutzen wir fast ausschließlich Bibelverse, die wir beten und singen. Zum einen die 25 apostolischen Gebete, wie z.B. Epheser 1,17-19 und zum andern die Hymnen der Offenbarung z.B. 1,5+6, etc., sowie auch einzelne Psalmen. Mit Hilfe dieser Verse erwecken und entwickeln wir die Gebets-und Liebessprache unseres Herzens. Nach einer Weile entdeckt man doch, wie arm unsere Gebetssprache bisher war und welch einen Reichtum es noch zu entdecken gibt!
Gott sehnt sich nach Menschen, die ihn mit ihrem Herzen suchen. Anbetung ist, mit Gott im Garten zu wandeln (Adam), ihn für seine Taten zu ehren und zu rühmen (David) und ihm das Kostbarste zu geben (Maria). Der Ruf zur Anbetung ist ein Ruf zu Intimität, Liebe und Herrlichkeit. Anbetung ist die Kunst, sein Herz vor Gott auszudrücken, und ist unabhängig von Umständen und Gefühlen, weil sie auf Gott allein ausgerichtet ist.
Anbetung fließt aus einer Beziehung, daher sind unsere Augen auf den einen gerichtet, den wir lieben und der uns zuerst geliebt hat

Quelle: Charisma 114, 26. Jg 2000









Doch du bist heilig, der du wohnst unter
den Lobgesängen Israels.

(Psalm 22,4)